„Vor sieben Jahren schrieb ich auf, was heute meine Wirklichkeit ist“
Vor 7 Jahren schrieb ich meine Träume, Wünsche, Sehnsüchte auf, die heute meine Wirklichkeit sind. Was für ein berührender Moment.
Ich sitze auf meinem Balkon, mein Blick fällt auf den Auwald vor mir. Auf dem Tisch liegen Markierungsstreifen, Stifte und mein Buch. Denn übermorgen lese ich auf der Landesgartenschau in Bad Nenndorf. Lesegarten am Nachmittag, danach ein Talk unterm Kirchenzelt – „Zwischen Himmel und Alltag“.
Ich spüre Vorfreude in mir und auch ein bisschen Lampenfieber. Beides darf da sein.
So blättere ich durch mein Buch und überlege, welche Passagen ich lesen werde. Welche Geschichten passen zu diesem Ort, zu diesem Publikum, zu diesem Moment? Und während ich das so tue, fällt mir etwas ein, das ich vor ein paar Tagen wiedergefunden habe – meine Grabrede.
Meine Gedanken wandern zurück: Es ist der 18. Juli 2019. Ich bin angemeldet für ein Seminar in Wien. „Finde dein Why“ – nach Simon Sinek. Die Grabrede ist Bestandteil der Vorbereitung. Auch wenn ich diese Übung selbst noch nie gemacht habe, ist sie mir nicht neu, und ich bin gespannt, wie ich sie umsetzen werde. Intuitiv stöpsele ich mir die Kopfhörer in die Ohren, schnappe mir mein Handy und laufe einfach los. An einer dicht befahrenen Straße – der Lärm der Autos verbindet sich mit einem heftigen Wind. Ich drücke auf die Aufnahmetaste und spreche zehn Minuten am Stück einfach los. Keine Ahnung, wo dieser Text herkommt. Die Worte meines Seelenpartners – den ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal kenne – fließen einfach so durch mich hindurch. So klar, so eindeutig, als hätten sie nur darauf gewartet, ausgesprochen zu werden.
Ich höre mich (oder ihn?) sagen:
„Ich erinnere mich auch daran, wie glücklich und erfüllt sie gewesen ist, als ihr erstes Buch erschien. Mit welcher Freude und mit welchem Stolz sie es präsentiert hat. Es war ein Buch nicht nur über ihre Reisen, sondern vor allem ein Buch über ihre Reise zu sich selbst.“
Ich lese diesen Satz heute noch einmal und halte inne. Mein Buch ist da. Genau das. Nicht nur über Reisen – sondern über meine Reise zu mir selbst.
Und dann steht in meiner Grabrede dieser Satz, der mich gerade besonders bewegt:
„Ich sehe sie in all diesen kleinen Buchhandlungen sitzen und strahlen und mit klarer Stimme aus ihrem Buch lesen, und wie die Menschen an ihren Lippen gehangen haben.“
Die Lesereise geht weiter. Nach Leipzig vor ein paar Wochen, übermorgen Niedersachsen und Ende September Nordrhein-Westfalen. Vier Lesungen in vier Tagen. Köln, Wuppertal, Düsseldorf, Gummersbach. Genau das, was ich vor sieben Jahren als Sehnsucht aufgeschrieben habe. Damals war es ein Bild – heute ist es Realität. Schon etwas verrückt, oder?
Es gibt einen Moment in meiner Grabrede, in dem ich über die Wirkung meiner Arbeit spreche:
„Sie hat es geschafft, durch ihre lebensbejahende Art… die Menschen daran zu erinnern, welches Potenzial in ihnen ist, welche Stärken sie haben und dass es sich lohnt, für sich und die eigenen Wünsche, Ziele und Träume auch einzutreten.“
Genau das mache ich jetzt. Als Lebensmutmacherin – mit meinem Buch, in Einzelgesprächen und Workshops. Dabei habe ich all die Jahre nie wieder auf diesen Text geschaut. Es ist einfach passiert. Schritt für Schritt.
Wenn ich darüber nachdenke, frage ich mich: Wie kann das sein? Vielleicht so: Was wir uns wirklich wünschen, was tief in uns lebt, ist nicht zufällig da. Es will gelebt werden. Es will Form annehmen. Und wenn wir es aussprechen – aufschreiben, sichtbar machen, ihm Raum geben – dann beginnt etwas in Bewegung zu kommen.
Vielleicht nicht sofort und vielleicht braucht es auch den einen oder anderen Umweg, doch es bewegt sich genau in diese Richtung. Ich glaube, dass das Leben einen Plan hat, den wir nicht immer durchschauen. Aber wenn wir hinhören – auf das, was sich tief in uns regt – dann entfaltet er sich. Auch durch Krisen oder eben auch Umwege. Und auch durch Jahre, in denen scheinbar nichts passiert.
Es war eine Übung für ein Seminar. Eine halbe Stunde an einer windigen Straße. Und doch war es vielleicht einer der wichtigsten Momente meines Lebens. Weil ich plötzlich klar gesehen habe, wohin ich eigentlich will. Ich habe es nicht jeden Tag bewusst vor Augen gehabt. Ich habe nicht jeden Schritt strategisch geplant. Aber irgendetwas in mir wusste es. Und ist losgegangen.
Übermorgen sitze ich also im Lesegarten auf der Landesgartenschau. Mit meinem Buch in der Hand. Und werde mit klarer Stimme lesen. Genau so, wie ich es damals aufgeschrieben habe.
Hast du dir schon mal aufgeschrieben, was du dir wirklich wünschst? Das, was dein Herz sagt, wenn du ihm zuhörst?
Vielleicht ist heute ein guter Tag, um anzufangen?
Wenn du mehr über meinen Weg wissen willst – wie es nach Wien weiterging und welche Entscheidungen ich getroffen habe – das alles steht in meinem Buch „Ich mach’s jetzt einfach“.
Alles Liebe, Deine Yvonne
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Und wenn du mehr über meinen Weg lesen möchtest, findest du mein Buch hier oder in der Buchhandlung deines Herzens.